So langsam weiss ich nicht mehr genau, was ich davon halten soll. Ist es eine Schlammschlacht wegen gekränkter Eitelkeiten und einer gescheiterten Liebesaffäre zwischen zwei erwachsenen Männern? Ist es der Versuch einer Demontage eines Funktionärs? Oder ist es wirklich ein Fall von sexueller Belästigung?
Keine Ahnung. Ganz sicher ist es ein Possenspiel, in dem der Ober-Fussballer Deutschlands, der Präsident des grössten Fussballverbandes der Welt, Dr. Theo Zwanziger, eine wirklich mehr als unglückliche Figur abgibt.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrem Online-Portal wie folgt:
DFB-Chef Theo Zwanziger
Inquisition statt Moderation
In der Affäre Amerell/Kempter hat DFB-Chef Theo Zwanziger dem Ansehen des Verbandes und des deutschen Fußballs massiv geschadet. Er sollte die Konsequenzen daraus ziehen.
Das sehe ich absolut ähnlich, aus genau diesen Gründen:
Doch Zwanziger, einst Verwaltungsrichter in Koblenz, hat offenkundig einen der ältesten Rechtsgrundsätze unserer Kultur missachtet: et audiatur altera pars – man höre auch die andere Seite.
Statt als Moderator aufzutreten, gab der Präsident den Inquisitor. Zwanziger, der sich gerne als moralische Instanz im Kampf gegen Rassismus, Chauvinismus, Diskriminierung und auch Homophobie feiern lässt, hat aus Borniertheit und Realitätsverlust eine Art Selbstjustiz verfolgt und, wie es aussieht, dabei gleich mehrere Existenzen so gut wie vernichtet.
[...]
Schlimmer aber ist, dass als Konsequenz der erratischen Vorgehensweise des DFB privateste Dinge in Form intimer Mails in die Öffentlichkeit gerieten, die Kempter menschlich und wohl auch beruflich aufs Schwerste beschädigen. Und seine Kollegen, denen Verschwiegenheit zugesichert war, müssen mit einem baldigen Termin vor Gericht rechnen.
[...]
Der Fall Amerell aber bringt das Fass zum Überlaufen. Zwanziger und seine beiden in die Vorgänge eingeweihten Verbands-Helfer, Generalsekretär Wolfgang Niersbach und dessen Stellvertreter Stefan Hans, haben dem Ansehen des Deutschen Fußball-Bundes und, wenn man so will, dem des deutschen Fußballs insgesamt geschadet. Die Stimmen mehren sich, dass sie Konsequenzen daraus ziehen sollten.
Kompletter Artikel: http://www.sueddeutsche.de/sport/995/505200/text/
Herr Dr. Zwanziger, als bekennender Fussball-Fan, Mitglied des 1. FC Kaiserslautern, bitte ich Sie – nehmen Sie sich Ihre Worte zu Herzen und treten Sie zurück. Was jetzt auf Sie zukommt kann Sie und den deutschen Fussball nur noch mehr schädigen.
Wer Schuld oder Unschuld hat muss geklärt werden, ist momentan aber “fast” uninteressant. Herr Amerell hat nichts mehr zu verlieren, Sie und Ihre Helfer dagegen eine Menge.
Mit Sicherheit wird der Hopp Dietmar Sie weiterhin das ein oder andere Mal in Sinsheim ins Stadion lassen, vielleicht gibt’s dann keinen echten Kaviar mehr sondern nur noch Schnittchen und Prosecco, aber – tun Sie es!
März 6th, 2010 → 2:04 pm @ toellby
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